| Stadtwappen | Geographische Lage |
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| Bundesland: | Niedersachsen |
| Kreis: | Lüneburg |
| Koordinaten: | 53° 15′ N, 10° 25′ O |
| Höhe: | 17 m ü. NN |
| Fläche: | 70,34 qkm |
| Einwohner (Stand 31.12.2006): | 72.057 |
| Bevölkerungsdichte: | 1024 Einwohner je qkm |
| Postleitzahl: | 21335–21337–21339 |
| Vorwahl: | 04131 |
| KFZ-Kennzeichen: | LG |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 55 022 |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Am Ochsenmarkt 21335 Lüneburg |
| Webpräsenz: | » www.lueneburg.de |
Lage
Lüneburg ist mit ca. 72.000 Einwohnern die drittgrößte Mittelstadt im Land Niedersachsen, etwa 50 km südöstlich von Hamburg und gehört zur Metropolregion Hamburg. Sie liegt am Rande der nach ihr benannten Lüneburger Heide am Flüsschen Ilmenau. Sie hat den Status einer Großen selbständigen Stadt, ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und nordostniedersächsisches Oberzentrum.
Geschichte
Vorgeschichte
Die ersten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit im Raum Lüneburg datieren in die Zeit der Neandertaler. Es handelt sich um 56 Faustkeile, gefunden zu Beginn der 1990er Jahre beim Bau der Autobahn zwischen Ochtmissen und Bardowick. Sie sind etwa 150.000 Jahre alt.
Bei dem Ochtmisser Fundplatz handelt sich vermutlich um ein neandertalzeitliches Jagdlager, wo die frühen Menschen ihre Jagdbeute zerteilten. Von einer durchgehenden Besiedlung des späteren Stadtgebietes jedoch konnte damals noch keine Rede sein; jahrtausendelange Kaltzeiten verhinderten dies.
Das erste archäologische Zeugnis einer sesshaften Bauernkultur wurde nicht weit von dem eingangs genannten Fundplatz entfernt in der Ilmenau zwischen Lüne und Bardowick entdeckt. Es handelt sich um eine Axt, die aufgrund ihrer Form als „Schuhleistenkeil“ bezeichnet wird. Sie datiert in das 6. Jahrtausend v. Chr. Geburt und gelangte bereits im 19. Jahrhundert in die Lüneburger Museumssammlung.
Seit der Bronzezeit trägt der Lüneburger Zeltberg eine ganze Reihe der vor- und frühgeschichtlichen Bestattungsplätze, welche die im Gebiet der heutigen Stadt Lüneburg ansässigen Menschen anlegten. Einer der ältesten Funde von dort ist ein sogenanntes „Aunjetitzer Randleistenbeil“. Es stammt aus der Zeit um 1900 v. Chr. Geburt.
Auch aus dem Stadtgebiet selbst stammen eine Reihe eisenzeitlicher Urnenfunde, die bereits im 18. Jahrhundert erwähnt werden. Diese Funde jedoch sind – ebenso wie jene vom Lüneburger Kalkberg – in die Privatsammlungen einiger Gelehrter des 18. Jahrhunderts gelangt und – bis auf wenige Ausnahmen – mit ihnen untergegangen.
Unbedingt erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind die langobardischen Urnengräberfelder vom Lüneburger Zeltberg und Oedeme aus den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt. Auch im frühen Mittelalter existieren eine Reihe von Fundplätzen auf dem Gebiet der späteren Stadt, so beispielsweise auf dem Gebiet der alten Ortschaft Modestorpe unweit der Johanniskirche, dem Lambertiplatz nahe der Saline und im ehemaligen Wasserviertel.
Entwicklung vom Dorf zur Handelsstadt
Die erste urkundliche Erwähnung Lüneburgs im Mittelalter findet sich in einer Urkunde (in: Monumenta Germaniae Historica D O1,183) vom 13. August 956, in der König Otto I. "den Zoll zu Lüneburg an das zu Ehren des heiligen Michaels errichtete Kloster" schenkt (teloneum ad Luniburc ad monasterium sancti Michahelis sub honore constructum). Eine ältere Erwähnung des Ortes in den fränkischen Reichsannalen (zum Jahre 795: ...ad fluvium Albim pervenit ad locum, qui dicitur Hliuni) wird auf einen der drei Kerne Lüneburgs bezogen; vermutlich auf die spätere, ab 951 als Sitz der Billunger belegte Burg auf dem Kalkberg. Der elbgermanische Name "Hliuni" entspricht dabei dem langobardischen Wort für "Zufluchtsort".
Durch archäologische Funde ist sicher, dass die Umgebung Lüneburgs zu dieser Zeit bereits besiedelt war (im Museum für das Fürstentum Lüneburg kann man zum Beispiel eine ganze Reihe qualitätvoller Exponate bewundern, die hier gefunden wurden) und die Saline zu diesem Zeitpunkt bereits ihren Betrieb aufgenommen hatte.
Der Sage nach wurde das Salz von einem Jäger entdeckt, der eine Wildsau geschossen hatte. Im Fell des toten Tieres entdeckte er Salzkristalle. So entstand dort später über die Jahrhunderte die Saline.
Trotz der Saline war Lüneburg ursprünglich dem nur wenige Kilometer nördlich gelegenen Bardowick untergeordnet. Bardowick war älter und ein bedeutender Handelsplatz der Slawen. Bardowicks Reichtum – es hatte sieben Kirchen – rührte natürlich daher, dass keine weiteren Handelszentren geduldet wurden. Erst nachdem Bardowick sich nicht Heinrich dem Löwen unterordnen wollte, wurde es deswegen 1189 von ihm zerstört. Daraufhin bekam Lüneburg das Stadtrecht und entwickelte sich nun an Bardowicks Stelle zum zentralen Handelsplatz der Gegend.
In lateinischen Texten taucht Lüneburg nicht nur als latinisiertes Luneburgum, sondern auch als Selenopolis auf.
Hansezeit
Durch seine lange Monopolstellung als Salzlieferant im norddeutschen Raum, die erst spät durch Salzimporte aus Frankreich geschwächt wurde, war Lüneburg sehr früh Mitglied der Hanse geworden, die sich 1158 in Lübeck zunächst als Bund einzelner Kaufleute, 1356 (auf dem ersten allgemeinen Hansetag) als Bund von Handelsstädten zusammenfand. Das Lüneburger Salz war notwendig, um die in der Ostsee und vor Norwegen gefangenen Heringe einzupökeln und so konserviert als Fastenspeise im Binnenland anzubieten.
Eine große Rolle spielte der Heringsmarkt der Schonischen Messe. So wurde Lüneburg zusammen mit Bergen (Norwegen) und Visby (den Fischlieferanten) sowie Lübeck (dem zentralen Handelspunkt zwischen Ostsee und Binnenland) rasch zu einer der wichtigsten und reichsten Städte der Hanse. Das Salz wurde im Mittelalter zunächst auf dem Landwege über die Alte Salzstraße nach Lübeck befördert. Mit Eröffnung des Stecknitz-Kanals im Jahr 1398 setzte sich der Transport auf dem Wasserweg in die Lübecker Salzspeicher durch.
Um 1235 entstand das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, das wiederholt in verschiedene Linien geteilt und wieder zusammengeführt wurde. Die so immer wieder entstehenden Teilstaaten, die staatsrechtlich im Rang von Fürstentümern standen, erhielten ihre Namen in der Regel nach ihrer jeweiligen Residenz. So entstand zwischen 1267 und 1269 erstmals ein Fürstentum Lüneburg mit Lüneburg als Residenzstadt. Im Zuge des Lüneburger Erbfolgekriegs warfen 1371 aufständische Bürger die Fürsten aus der Stadt und zerstörten die landesherrliche Burg auf dem Kalkberg sowie das nahegelegene Kloster. Die dadurch und mit dem Landfrieden von 1392 erkämpften Rechte einer freien Reichsstadt konnten bis 1637 verteidigt werden. Das Geld blieb nun in der Stadt, die reichen Häuser und Kirchen entstanden.
Eine Krise bedeutete der Lüneburger Prälatenkrieg von 1446 bis 1462, der erst aufgrund der Intervention des dänischen Königs Christian I., des Bischöfs von Schwerin sowie des Lübecker Bischofs Arnold Westphal beigelegt werden konnte.
Neuzeit bis zum Ende des 2. Weltkriegs
Mit dem Niedergang der Hanse – und dem Ausbleiben der Heringe um 1560 vor Falsterbo in Schonen – brachen die großen Kunden für das Salz der Stadt weg; die Stadt verarmte rasch. Dadurch konnten kaum noch neue Häuser gebaut werden, wodurch das historische Stadtbild fast unverändert bis in die heutige Zeit erhalten blieb.
In den Jahrhunderten nach dem Niedergang der Hanse verfiel Lüneburg in einen Dornröschenschlaf. Heinrich Heine, dessen Eltern von 1822 bis 1826 in Lüneburg lebten, nannte es seine "Residenz der Langeweile". Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Lüneburg zur Garnisonsstadt, was es bis in die 1990er Jahre blieb.
Am 23. Mai 1945 nahm sich Reichsführer-SS Heinrich Himmler in Lüneburg in britischer Gefangenschaft das Leben, indem er eine Zyankali-Kapsel zerbiss.
Erst 1945 tauchte Lüneburg wieder in den Geschichtsbüchern auf, als südlich der Stadt auf dem Timeloberg (bei dem Dorf Wendisch Evern) eine Kapitulationserklärung unterschrieben wurde, die den Zweiten Weltkrieg in Nordwestdeutschland beendete. Die Stelle liegt heute unzugänglich für die Öffentlichkeit in einem militärischen Sperrgebiet; nur ein kleiner Gedenkstein an einem nahen Feldweg weist auf diesen Vorgang hin.
Nachkriegszeit
Der Verfall der Bausubstanz nach Ende des Zweiten Weltkriegs führte zu verschiedenen Überlegungen, wie die Wohnqualität zu verbessern sei. Ein – ernsthaft diskutierter – Vorschlag war, die gesamte Altstadt abzureißen und durch moderne Bauten zu ersetzen. Durch den folgenden Bürgerprotest wurde Lüneburg einer der Kristallisationspunkte für einen neuen Gedanken: den Denkmalschutz. Seit den frühen 1970er Jahren wurde die Stadt systematisch restauriert. Besondere Verdienste erwarb sich dabei bereits Ende der 1960er Jahre Curt Pomp: Gegen zahlreiche Widerstände aus Politik und Verwaltung setzte er sich in dem von ihm gegründeten "Arbeitskreis Lüneburger Altstadt" für die Erhaltung historischer Bausubstanz ein. Sein Engagement wurde belohnt mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz und dem Bundesverdienstkreuz. Heute ist Lüneburg aufgrund dieser Restaurierungen eine Touristenattraktion; wichtige Teile der Wirtschaft sind auf Tourismus ausgerichtet.
Im Rahmen der Wehrreform wurden seit 1990 drei der vier Kasernen der Stadt geschlossen und die verbleibende verkleinert. Stattdessen siedelte auf das Gelände der ehemaligen Scharnhorstkaserne die Universität Lüneburg um, die sich 1989 aus der Pädagogischen Hochschule (PH) entwickelt hatte und mit ihren in den 1980er Jahren neu angelegten wirtschafts- und kulturwissenschaftlichen Fachbereichen immer mehr Studenten anzog. Der Ausbau der Universität ist ein wichtiger Beitrag zur Umstrukturierung der Stadt zu einem Dienstleistungszentrum. Auf dem Gelände der ehemaligen Bundesgrenzschutzkaserne entsteht heute der Lünepark mit neuen Gewerbeflächen für Existenzgründer. Die Wirtschaftsförderung und viele Firmen aus dem IT-Bereich haben sich dort bereits angesiedelt. In der Nähe wurde im Mai 2006 die Johannes-Westphal-Brücke für den Verkehr geöffnet. Diese verbindet den neu geschaffenen Lünepark mit dem jenseits der Ilmenau liegenden Stadtteil Goseburg.
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Politik
Rat
Kommunalwahlergebnis 2006 für den Rat der Stadt Lüneburg: SPD 40,7% (17 Sitze), CDU 28,4% (12 Sitze), Bündnis 90/Die Grünen 18,1% (8 Sitze), FDP 7,0% (3 Sitze) und Die Linke 4,4% (2 Sitze).
Oberbürgermeister
Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Oberbürgermeister der hauptamtliche Chef der Stadtverwaltung. Mit Einführung der Norddeutschen Ratsverfassung durch die britische Besatzungsmacht trat eine Trennung der Stadtspitze ein: Der ehrenamtliche Oberbürgermeister und zugleich Vorsitzende der Stadtvertretung war der politische Repräsentant der Stadt, der wie alle Mitglieder der Stadtvertretung von der Bevölkerung gewählt wurde, während die Verwaltung vom hauptamtlichen Oberstadtdirektor, der von der Stadtvertretung gewählt wurde, geleitet wurde. Durch die Reform der Kommunalverfassung sind seit 1996 beide Aufgaben (wieder) im Amt des hauptamtlichen Oberbürgermeisters, der nun von der Bevölkerung direkt gewählt wird, vereint. Neben dem Oberbürgermeister gibt es zwei weitere (vom Stadtrat gewählte) Bürgermeister, die den Oberbürgermeister in seinen protokollarischen Aufgaben unterstützen und vertreten.
Derzeitige Bürgermeister sind: Eduard Kolle (SPD) und Dr. Gerhard Scharf (CDU).
Wirtschaft
Lüneburg hat sich in den vergangene Jahren mehr und mehr zu einem Anlaufpunkt für Touristen aus aller Welt hin entwickelt. Dennoch spielen das mittelständische produzierende Gewerbe und Kleinbetriebe immer noch eine starke Rolle im Lüneburger Wirtschaftsgeschehen. Veränderungen und Impulse ergeben sich auch aus der Universität Lüneburg, welche mit Ihren Studierenden zur Vitalisierung der Region beiträgt.
Ansässige Unternehmen
Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind in Lüneburg angesiedelt. Erwähnenswert sind unter anderen: Im Textilbereich die Modehersteller Lucia und Roy Robson, im Lebensmittelbereich die Firmen DeVauGe Gesundkostwerk als einer der größten deutschen Hersteller von vegetarischen Lebensmitteln und die Molkerei, welche heute Teil der Hochwald Nahrungsmittel-Werke ist und Produkte (u.a. Joghurt) der Marke Lünebest herstellt. Im Industriebereich sind die größten ansässigen Firmen der PKW-Innenausstatter Johnson Controls, H.B. Fuller, die Impreglon AG und der Anbieter von Industrie-Elektronik die Sieb & Meyer AG. Ebenfalls in Lüneburg beheimatet ist mit der 1614 gegründeten von Stern'schen Druckerei die älteste noch in Familienbesitz befindliche Druckerei der Welt.
Für den Bereich Tourismus ist besonders der von der Stadtgärtnerei gestalteten Kurpark mit einem Gradierwerk, Teichen, vielen Blumenrabatten und Kräutergarten zu nennen, welcher direkt neben dem Kurzentrum gelegen ist. Das Kurzentrum umfasst Meerwasserwellenbad, Salztherme, Wellness- und Saunawelt usw. (SaLü), zudem gibt es einen Soletherapiebereich mit Anwendungen für Haut- und Atemwegsbeschwerden. Lüneburg ist kein Kurort wie z. B. das benachbarte Bad Bevensen, verfügt aber über besondere Heilmittel, wie zum Beispiel die Lüneburger Sole (ca. 26 % Salzgehalt), mit der besonders Psoriasiserkrankte Linderung erfahren. Darüberhinaus ist hier seit 1978 die Hauptverwaltung der Tagungshotelgruppe Seminaris angesiedelt. Im Bereich Technologien und Dienstleistungen ist das Innovations- und Gründungszentrum e-novum zu nennen, welche sich mit der Förderunge von jungen Unternehmen befasst. Die Werum Software & Systems AG ist das größte Unternehmen Lüneburgs aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie.
Infrastruktur
Eisenbahn
Stadt und Landkreis Lüneburg sind seit Dezember 2004 Teil des Hamburger Verkehrsverbundes. Durch seine Nähe zu Hamburg und seine verkehrsgünstige Lage ist Lüneburg leicht erreichbar. Der Bahnhof liegt an der Hauptstrecke Hamburg-Hannover und wird sowohl von Zügen Deutschen Bahn AG als auch der der Metronom Eisenbahngesellschaft angefahren. Die Fahrtzeit zum Hamburger Hauptbahnhof beträgt etwa 30 Minuten. Neben Regionalzügen halten in Lüneburg auch einzelne ICE auf der Fahrt von Hamburg in Richtung Süden. Nach Nordosten zweigt die Verbindung über Lauenburg/Elbe nach Lübeck ab. Über eine Stichbahn wird der Dannenberger Raum versorgt; diese Linie, die Wendlandbahn, ist durch die auf ihr stattfindenden Atommüll-Transporte nach Gorleben bekannt geworden. Von Lüneburg aus betreibt die OHE mehrere Bahnstrecken im Güter- und Ausflugsverkehr.
Straße
Die längste Straße Lüneburgs (Dahlenburger Landstraße) führt am Bahnhof von Lüneburg vorbei. Zudem verfügt Lüneburg über einen Autobahnanschluss der A 250. Diese Autobahn soll in den nächsten Jahren in Richtung Süden bis Wolfsburg, als A 39, verlängert werden. Von Anfang Januar bis Ende November 2007 wird die stark befahrene Reichenbachbrücke nahe der Innenstadt abgerissen und neu aufgebaut.
Schiffsverkehr
Durch einen Hafen am Elbe-Seitenkanal ist Lüneburg von der Elbe und dem Mittellandkanal aus erreichbar.
Luftverkehr
Am östlichen Stadtrand befindet sich der Flugplatz Lüneburg.
Kultur- und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das Theater Lüneburg ist eines der kleinsten Drei-Sparten-Theater Deutschlands. Es werden nicht nur Theaterstücke aller Stilrichtungen aufgeführt, sondern auch Opern und Operetten sowie Ballett. Obwohl die finanziellen Mittel des Theaters Lüneburg vergleichsweise begrenzt sind, ist es keine "Provinzbühne" und kann es sich mit Erfolg gegen die zahlreichen Häuser des nahegelegenen Hamburg behaupten. Daneben verfügt Lüneburg über eine große Anzahl von Amateurbühnen, die ebenfalls regelmäßig Aufführungen produzieren.
Darüber hinaus gibt es in vielen umliegenden Gemeinden Amateurtheater wie das Puschentheater in Melbeck, den Plattsnack Widsbold in Marxen am Berge und das Kleine Salzhäuser Theater (KleiST) in Salzhausen. Die meisten dieser Bühnen lassen sich über den Amateurtheaterverband Niedersachsen e.V. ausfindig machen.
Museen
Die historische Stadt ist zwar schon per se eine Art Freilichtmuseum ("Rothenburg des Nordens"), doch sie wird zusätzlich durch viele Museen und Kirchen (St. Michaelis, St. Johannis, St. Nikolai) belebt. Die wichtigsten Museen sind das Deutsche Salzmuseum in den Gebäuden der ehemaligen Saline, in dem die Bedeutung von Salz im Mittelalter und die Salzgewinnung anschaulich vor Augen geführt wird, und das Museum für das Fürstentum Lüneburg, in dem die Stadtgeschichte und die Geschichte der Umgebung dargestellt werden. Ebenfalls erwähnenswert sind das "Ostpreußische Landesmuseum", das in direkter Nachbarschaft befindliche Norddeutsche Brauereimuseum mit wertvoller Trinkgefäßegalerie (aus 1200 Jahren) und das Kronen-Brauhaus zu Lüneburg von 1485.
Naturmuseum Lüneburg
Die biologisch-ökologischen Ausstellungen zu den Lebensräumen Wald, Moor, Heide und Stadt – typische Ökosysteme der heimischen Landschaft – sind mit ihren Tieren und Pflanzen so dargestellt, dass die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur verständlich wird. Die Bedeutung des Wassers als unverzichtbares Lebenselement wird in seinen historischen, geologischen und technischen Aspekten präsentiert. Ferner erfährt der Besucher Wissenswertes über Geologie, Mineralogie und die Lebenswelt früherer erdgeschichtlicher Epochen. Der Bogen spannt sich von der Entstehung der niedersächsischen Salzstöcke bis zu den letzten Eiszeiten, die unsere Landschaft geprägt haben.
Es schließt sich eine Ausstellung an, die Einblicke in die kulturgeschichtlichen Epochen der Steinzeit und Bronzezeit gibt. Besondere Berücksichtigung finden die Auswirkungen der Lüneburger Salzgewinnung, die zu erheblichen Senkungsschäden in der Altstadt geführt haben. Der Museumsbau selbst ist ein anschauliches Beispiel dafür, denn die Abbruchkante des Senkungsgebietes führt durch das Haus, weshalb einer der Ausstellungsräume einen schrägen Boden hat, an dem die Senkung augenfällig zu erkennen ist.
Bauwerke
Lüneburg gehört zu den wenigen Städten Norddeutschlands, die ihren historischen Kern unzerstört durch den Zweiten Weltkrieg retten konnten. Allerdings haben die Vernachlässigungen der Bausubstanz bis in die 60er Jahre hinein und die Schäden im Senkungsgebiet zu Lücken im historischen Stadtbild geführt. Zusätzlich sorgten in den 50er und 60er Jahren der Abriss maroder Gebäude und der Bau von Kaufhäusern mit (damals) moderner Prägung für Brüche in der Optik so mancher Straßenzüge. Seit Anfang der 70er Jahre wird Lüneburg aber sorgsam und liebevoll restauriert. Dadurch kam es inzwischen zu Entdeckungen von zuvor verborgenen Deckengemälden, mittelalterlichen Töpferstuben und vieler historischer Sickergruben, durch die ein wesentlich besseres Bild vom Leben im Mittelalter entstanden ist.
Im Lüneburger Stadtteil Kaltenmoor steht das älteste ökumenische Gemeindezentrum (evangelische und katholische Kirche unter einem Dach): St. Stephanus. Besonders hervorzuhebende Gebäude sind die drei verbliebenen Stadtkirchen St. Johannis am Sande (vollendet 1370), die Kirche St. Michaelis, in der Johann Sebastian Bach von 1700 bis 1702 Chorknabe war, und die fast modern wirkende Stadtkirche St. Nikolai, die ab 1407 erbaut wurde. Die Lambertikirche musste bereits um 1850 wegen Baufälligkeit abgerissen werden: sie stand im Senkungsgebiet. Die Kirchturmspitze als einzig übrig gebliebenes Teil ist heute auf dem Dach der benachbarten Heiligengeistschule zu sehen.
Ebenso interessant sind das Glockenhaus (altes Zeughaus) am Glockenhof, die Rathsapotheke von 1598 in der Großen Bäckerstraße und das historische Rathaus mit seiner berühmten Gerichtslaube. Den vor dem Rathaus stehende Lunabrunnen ziert eine bronzene Statue der Mondgöttin mit Pfeil und Bogen; das Original von 1532 wurde 1970 gestohlen und eingeschmolzen; die heutige Büste ist eine Nachbildung von 1972. Im Bereich des alten Hafens steht noch die Barockfassade des alten Kaufhauses, das in seinen übrigen Teilen aber abgebrannt ist und durch einen Neubau (sinnigerweise für die Feuerwehr) ersetzt werden musste, und der alte Kran, einer bis heute funktionsfähigen mittelalterlichen Holzkonstruktion, in deren Inneren zwei große Laufräder das Heben und Senken des Kranseils ermöglichen.
Vor den Toren der alten Stadt findet sich zudem das Kloster Lüne, ein ehemaliges Benediktinerinnen-Kloster. Es wurde ab 1172 erbaut und ist gut restauriert.
Medien
Am 18. Juli 2007 wandelte der Norddeutsche Rundfunk NDR sein langjähriges Korrespondenten-Büro "Auf dem Meere" hinter dem Rathaus in ein Studio um. Mehrmals täglich werden aus dem Lüneburger Studio regionale Informationen für Heide und Wendland, den Süden Hamburgs und die Niederelbe im Programm von NDR1 Niedersachsen gesendet. Außerdem beliefert die Redaktion weitere NDR-Sender und die gesamte ARD, z.B. bei Groß-Ereignissen wie Elbe-Hochwasser oder Castor-Transporten.
Im Jahr 2006 richtete die Filmproduktionsgesellschaft Studio Hamburg Traumfabrik Niedersachsen GmbH in der ehemaligen Europazentrale von Konica Minolta im Industriegebiet Hafen ihren Firmensitz und zwei Produktionsstudios ein. Seit dem 28. August 2006 wird hier die Telenovela "Rote Rosen" für Das Erste produziert. Lüneburg ist außerdem Sitz der Gesellschaft für visuelle Kommunikation (G.V.K.), der größten Kommunikationsagentur in Niedersachsen. Arbeitsschwerpunkt des Unternehmens ist das Handels- und Vertriebsmarketing. Die Landeszeitung ist die einzige lokale Tageszeitung im Landkreis Lüneburg. Mit Radio ZuSa gibt es auch einen lokalen Radiosender, dessen Sendungen teilweise in Lüneburg oder in Uelzen produziert und gesendet werden. Die Lüneburger Kultband Top for Tea hat mit dem Lüneburg-Lied „Die schönste Stadt der Welt…“ ein Liebeslied an diese Stadt geschrieben.
Quellen : www.wikipedia.de